Reviews

S/T LP (2014)

ENPUNKT: Panzerband – so muss Punk 2015. Rotzig und knallig – so klingt die erste Platte von Panzerband. Das »band« wird dabei deutsch ausgesprochen, was man auch gleich im ersten Titel zu hören bekommt. Auf der Platte sind 16 schnelle und aggressive Deutschpunk-Stücke, keines davon ist lang, jedes davon knallt.
Die Musiker aus Flensburg, Hamburg und Hannover, die zuvor auch bei diversen anderen Bands mitgespielt haben, geben sich keine Blöße. Man merkt, dass sie den Deutschpunk der 80er-Jahre mögen, ihn aber nicht als Ikone in den Schrank stellen, sondern durchaus »modern interpretieren«. Das merkt man beispielsweise an Titeln wie »Deutschpunk ist ein fieser Sack«, die klar aussagen, wofür und wogegen die Band steht. Auch sonst werden klare Töne bevorzugt: Wer ein Stück »Ein Sturm von Scheiße« oder ein anderes mit »Schleppscheiße« betitelt, scheut nicht vor knalligen Aussagen zurück. Wer Deutschpunk heute doof und stumpf findet, wird dieser Band nichts abgewinnen können. Wer seine Jugend mit Nietenlederjacke, Iro und Springerstiefeln verbrachte, wird sich auch mit »um die fünfzig« in vielem wiedererkennen. Und wer aktuell vom Punkrock-Virus befallen ist, sollte sich das Werk auf jeden Fall mal antun. Ach ja: Auf Bandcamp kann man die ganze Platte legal anhören, herunterladen und kaufen. Das finde ich super.

Bierschinken: Panzerband, die Band eines nicht gänzlich unbekannten Fanzine-Machers macht 90er Jahre Deutschpunk. Punkt. Also nicht die grade populäre Hipsterpunk-Version davon, sondern die klassische Variante in etwas höherem Tempo. Also nix mit Skinny-Jeans, Vollbart und Jutebeutel, eher Iro und Vollgas.
Mitunter frag ich mich bei den Texten ob das Ironie ist, die ich nicht verstehe. Deutschpunk halt, hintergründig ist hier gar nix. Beispiel gefällig? Hier: „Angie Merkel, Dieter Bohlen, das Pack soll doch der Teufel holen“ oder, gleicher Song: „Deutschland du Kackloch, ersticke an deiner Currywurst“. Ich denke ihr versteht was ich meine.
Für Freunde von Deutschpunk (und eben nicht deutschsprachigem Punk) mit Vollgas ist das sicher eine große Platte. Ich bin ein bissken zwiegespalten, ist eine Platte der Kategorie „Muss ich Bock drauf haben oder betrunken sein“.

Lirabelle: Schimmel auf der Lederjacke, am Schuh hängt noch Hundekacke. Schlecht rasiert, niemals gekämmt, und Kotze klebt am Unterhemd.
Dies sind die ersten Zeilen des Openers „Panzerband“ von der ersten Platte der Band aus Flensburg und beschreibt wohl mehr als zutreffend, was hier geboten wird. Klar ist: Hier gibt’s volle Kanone Punkrock auf die Rübe. Schön schnell (Platte läuft auf 45), dreckig und konsequent. PANZERBAND waren des Öfteren die Vorband von MÜHLHEIM ASOZIAL (Götter!). Wer bei denen, so wie ich, anfängt zu sabbern, der muss auch diese LP haben. In Titeln wie „Deutschland Du Kackloch“, „Panzerfahr‘n rumballern“ und „Schleppscheisse“ (Tip!), wird hier alles an bürgerlicher Soße in dieser Gesellschaft gekonnt verachtet und nieder gewalzt. Das gefällt wahrscheinlich nicht nur mir und macht einfach nur Spaß. Der Sound ist nicht zu aalglatt, was er aber hier auch auf keinen Fall sein darf, da das ja keine Einladung zum Elternabend mit anschließendem Sushi-Essen ist. Die Platte kommt mit schickem Booklet und schön gezeichnetem Cover daher, was auch zu gefallen weiß. Ich bin beeindruckt und verneige mich 8 von 10 Mal vor diesem schönen Stück audiophiler Kunstgeschichte.

TRUST Fanzine: Ja, ja, das Deutschpunk-Revival. Vor zwei jahren war das echt noch witzig, inzwischen fast schon traurig. Nicht nur orientiert sich die Band aus Flensburg mit den 90ern an genau der falschen Phase des Deutschpunks, es fehlt auch einfach die spielerisch-ironische Distanz. Die Witze sind nicht witzig, die Songs kackenlangweilig und überhaupt alles so verschissen vorhersehbar, dass mir fast die Lust auf Punk als Ganzes vergeht. (jan tölva)

Übersteiger: Das Debutalbum des 2012 gegründeten Flensburger Quartetts weiß voll zu überzeugen: Druckvoller Punkrock über 16 Tracks hinweg, nur ein Song länger als zwei Minuten (eine Coverversion des hübschen Mülheim Asozial-Liedes „Anders als wie Du“) und Texte, die von lustig über selbstironisch klischeehaft bis sehr intelligent reichen. Die aber bisweilen auch Ikonen anpissen („Slime haben mir nichts mehr zu sagen, und Hass 2014 kann ich nicht ertragen“ aus „Deine Helden“), die eigene Szene krass auf die Schippe nehmen und sich bisweilen antideutsch gerieren („Deutschland, Du Weißbrot, erstick, verreck, geh endlich tot“ in „Deutschland, meine Perle“). Die Platte erscheint als 33er-Vinyl mit Downloadcode und dabei mit einem zwölfseitigen Booklet im Single-Format. Sehr feine Sache, das Ganze…

Punkrock!: Dass Sänger Bäppi ständig und andauernd was zu meckern hat, weiß man, wenn man sein Fanzine Human Parasit kennt. Manchmal ist das etwas nervig, doch in den meisten Fällen kann man ihm nur zustimmen. Kein bisschen anderer Meinung bin ich bezüglich dessen, was er und seine drei Mitstreiter aus den Rohren knallen. Kritisch, zynisch und nicht zuletzt sauwütender Deutschpunk wird hier nicht zelebriert, sondern schlicht rattenscharf gespielt. Dabei sind die Texte nicht peinlich oder aufgesetzt, sondern einfach, direkt und unmissverständlich. Wer damit nicht klarkommt und sich mit Musik nur unterhalten möchte, soll es eben besser bleiben lassen. Wem nicht alles am Arsch vorbeigeht, aber trotzdem nicht in den Keller zum Lachen muss, der geht hier völlig aus sich raus. Damit gehören Panzerband zu den jüngeren deutschsprachigen Bands, für die Punk in erster Linie DIY und „sich nichts erzählen lassen“ bedeutet. Mit Sicherheit eins der Alben 2014 und eins, das nicht in Vergessenheit gerät. Bocky

Alleiner Threat: Es rollt von weitem heran!Unaufhaltsam! Wuchtig! Gefährlich! Lederjackig! Schweres Geröll wird zermalmt, Autos zerquetscht, die Ketten müssen rollen und tun dies unnachgiebig nach vorne. 16 Songs, vor denen es kein Entrinnen, Entlaufen oder sonst was gibt. Auf 45, damit auch der Plattenspieler schneller laufen muss! Man kann nur schreien, gröhlen, wippen, tippen, mitsingen! „Hey Du Lappen, bist Du hohl, Punkrock kennt kein Idol!“ Hier klingt eine Band nach Deutschpunk meets Hardcore. Als würden Novotny TV aus ihrer Gruft entsteigen und all den Mülheim Asozials und Abfukks dieser Welt zeigen, dass es noch hängende Hämmer gibt. Humorvolle Texte, augenzwinkernd und dennoch auf die zwölf. So wie Punk sein sollte. „Panzerband, besser als Deine Band“! Kann man so stehen lassen. Und wer 2Unlimited huldigt, kann gar nicht schlecht sein!

Trashrock: Panzerband aus Flensburg veröffentlichen nach einem tollen Demotape endlich ihr Debütalbum. Das ist großartig geworden! Dito ist dem französischen dito entlehnt, das selbst wiederum von dem italienischen ditto stammt, einer landschaftlichen Variante von detto, dem Partizip Perfekt des italienischen Verbs dire (sagen). „Dito“ wird auch oft als „dto.“ abgekürzt. So, wieder was gelernt. Andere Bands nennen ihr Debüt-Album “Hier kommt der Abschaum”, “Deutschland, Du Kackloch” oder “Besser Punk als krank”. Die fünf Flensburger Jungens haltens da spartanisch und verzichten auf einen Titel für ihr erstes Album. Sei’s drum, das haben andere Bands auch schon gemacht. Panzerband ist, wer das noch nicht weiß, die Band bei der der aus Funk und Fernsehen bekannte Herausgeber des Human Parasit Fanzines singt. Da Bäppi ein vielseitig talentierter Typ ist, gelingt es ihm auch hier meisterhaft, witzig-spritzige, aber trotzdem kritische Texte zu schreiben und diese dann entsprechend gesanglich zu präsentieren. Da Bäppis Mitmusikanten zudem ihre Instrumente zu beherrschen wissen, kann sich das Ereignis, dass die vier Herren hier auf ihrem Debüt-Album präsentieren, hören lassen. Deutschpunk hat in den vergangenen Jahren ja eine gewisse Hippsterisierung von der Jutebeutelfraktion erfahren, die Deutschpunk als ironisches Statement gegen den Zeitgeist verstehen, während ihnen das angesagte Mategetränk den Bart herunterläuft. Das ist bei der Panzerband zum Glück überhaupt nicht der Fall (Auch wenn ich nicht ausschließen möchte, dass die Jungs ab und an auch vom Matesaft naschen). Und auch vom Rumpelpunk oder Deutschrock, der teilweise unter dem Label Deutschpunk firmiert, halten sich die sympathischen Flensburger und Hannoveraner fern. Stattdessen gibt es hier 16 angepisste, aber trotzdem witzige und frische Songs zu hören, die mich sehr an WTZ erinnern. WTZ, wir erinnern uns, waren die Band, die vor rund zehn Jahren zunächst den Deutschpunk-Stalinisten die Freudentränen in die Augen trieb, weil sie wirklich dachten hier auf einen bis dahin unentdeckten Deutschpunkschatz gestoßen zu sein, von dem zuvor noch nie jemand gehört oder in alten Fanzines gelesen hat. Schöne Geschichten haben oft einen Haken, so auch diese. Denn irgendwann kam heraus, dass die ganze Band ein Fake war, hinter dem Axel von Wizo steckte. Danach kam es zu öffentlichen Plattenverbrennungen, zu denen die Deutschpunk Stalinisten Deutschlands aufgerufen hatten. Da ich nie zu den Deutschpunk-Stalinisten gehörte, übergab ich meine WTZ-Scheibe nicht den lodernten Flammen, sondern feierte die Platte einfach weiter ab. Und das mache ich jetzt auch mit der Panzerband, die, aber das nur am Rande, kein Fake sondern real ist. Hier ist der Schimmel auf der Lederjacke und die Hundekacke am Schuh noch echt. Hier wird wirklich abgewrackt vorm Aldi gegammelt und mit Bier gespritzt. Und verbal und muskalisch gibt es von der Panzerband mächtig auf die Glocke, aber ohne moralisierendem Fingerzeig und nervender Metalgitarre. Stattdessen gibt es 16 erstklassige HC-Punk-Songs, die meist in weniger als zwei Minuten heruntergeprügelt werden. Bäppi kotzt sich aus über SUVs, anonyme Internettrolls, Punkrock-Reunions, Deutschland (natürlich), uniformierte Punks und Discoaffen (übrigens in einem sehr schönen Mash-Up aus Slimes “Disco” und 2 Unlimiteds “No Limits”), Arbeit, Jogginghosen, Maschinen, die die Macht übernehmen und über viele anderen Themen. Toll. Dat ist Punk! Das gefällt mir! Für mich die beste Deutschpunk-Platte des Jahres! Und wenn ihr euch beeilt, bekommt ihr vielleicht noch eine in farbigem Vinyl. Nur in einem Punkt muss ich Bäppi widersprechen: Besser als meine Band ist Deine nicht icon razz PANZERBAND – dto. LP

Core Tex Records: Auch wenn PANZERBAND noch lernen müssen, dass Jogginghosen insbesondere Sonntags eine der größten Erfindungen der Menschheitsgeschichte sind, kann die Flensburger Band mit ihrem Debütalbum gewaltig punkten. Das Deutschpunk-Herrengedeck hatte mit dem Demo-Tape ja schon ordentlich Beton an den Füssen und somit den Weg für eine Asi-Punk Karriere geebnet, so dass mit dem selbstbetitelten Longplayer nun die Spiele eröffnet sind. PANZER BAND spielen Punkrock-Hymnen der norddeutschen Brauart: kurz, knapp, nüchtern und trocken. Hier schimmern die alten Deutschpunk-Helden ebenso durch, wie zeitgenössische Kollegen und am Wichtigsten bleibt, dass man sich selbst nicht ganz ernst nimmt. 16 Deutschpunk-Kracher von PANZERBAND in einem schnieken Coverartwork, Downloadcode und umfangreichen Booklet. FOR FANS OF: ABFUKK, AUWEIA!, MÜHLHEIM ASOZIAL, KOTZREIZ

Ugly Punk: PANZERBAND, Deutschpunk, Flensburg – klar soweit? Klar soweit! Nach Demotape (ganz Old School auf MC) folgt die logische Konsequenz in Form des ersten Albums, ebenfalls ganz Old School (man kann auch sagen mittlerweile wieder voll im Trend) auf Vinyl. 15 x Deutschpunk, 1 x Spanish-Punk, alles eingenebelt von den angepissten 80´ger Jahren. Direkt, bissig, ironisch und ohne irgendwelche Blätter vorm Fressbrett. PANZERBAND nennen die Dinge beim Namen und auf der Zielscheibe finden sich unter anderem DIE TOTEN HOSEN, BAD BRAINS oder die SEX PISTOLS wieder. Auch an den ganzen Reunion-Bands lassen PANZERBAND kein gutes Haar und gehen mit MISFITS, BLACK FLAG, SLIME, HASS, ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN und sogar KNOCHENFABRIK (um mal eine Auswahl zu nennen) ins Gericht. Und wo sie schon mal beim Austeilen sind, kriegen auch das Force Attack und das Punk im Pott wat ab. Des Weiteren im Visier sind Technikwahn, Deutschland, Konsumverhalten und zwischendrin immer wieder Thematiken, bei denen das Auge gehörig zwinkert. Die Einflüsse von Bands wie MÜLHEIM ASOZIAL sind nicht zu überhören und man macht nichts falsch, wenn man beide Bands in einem Atemzug nennt. Inwieweit die Hörer_innen die Texte auf die Goldwaage legen, bleibt ihnen selber überlassen, aber ich denke schon, dass hier deutlich erkennbar ist, wo PANZERBAND es ernst meinen oder wo sie ein fieses Grinsen im Gesicht haben. Für echte Deutschpunkfanatiker führt hier kein Weg drum herum. Spike

Plastic Bomb: Ich muss gestehen, dass ich verwundert war als ich zum ersten Mal davon erfuhr, dass mein Freund Bäppi vom HUMAN PARASIT Fanzine mit knapp 30 Jahren seine erste eigene Band gründete. Die Verwunderung hielt jedoch nur kurz an, denn eigentlich war das alles vollkommen logisch. Denn Bäppi war schon immer auf vielen Feldern aktiv. Fanzines herausgeben, Konzerte organisieren, Geburtstagsfestival und -fahrten auf die Beine stellen, Platten veröffentlichen, Tape-Sampler zusammenstellen,… da fehlte eigentlich nur noch eine Band. Eine richtig fiese Deutschpunk-Band. Im Gegensatz zum lange ausverkauften Tape von 2012 ist der Sound der LP besser, die Band klingt reifer und zielstrebiger. Hier wird 80er-Jahre-DIY-Deutschpunkgeschepper mit altem, gradlinigem Hardcore kombiniert. AUWEIA! treffen auf ABFUKK. Die Songtitel lauten „Deutschland ist ein fieser Sack“, „Ein Sturm von Scheisse“, „Schleppscheisse“, „Panzerfahrn, Rumballern“ etc. Hier wird eine deutliche, kritische Sprache gesprochen. Der Rotz tropft quasi vom Plattenteller. Die D.I.Y.-Fahne wird hoch gehalten. Es wird eher der Mittelfinger als der Zeigefinger bemüht. Humor kommt auch zum Zug. Mal schief gesungen? Nicht jeder Ton getroffen? Egal. Punk. Passt. PANZERBAND wissen mit Ironie und Witz umzugehen, haben mit „Anders als wie du“ einen wunderbaren MÜLHEIM ASOZIAL-Song übernommen und mit ihrem Slogan „Panzerband –viel besser als deine Band“ die Faktenlage klar erfasst. Ein Song ist auf Spanisch. Die LP kommt mit MP3-Code und 12-seitigem Booklet. Das „Bandfoto“ im Booklet ist der Hammer, haha… Wer auf Deutschpunk aus den 80ern steht, sollte sich unbedingt die LP von PANZERBAND kaufen. Ach ja, und schön, dass man die Plastic Bomb Initialen auf den Panzer des Frontcovers gemalt hat 😉 Grüße an Bäppi und Micha ! Micha.- (www.twisted-chords.de / im Plastic Bomb Shop: www.mailorders.de)

 

 

DEMO TAPE (2012):

Overbred SocietyDeutsch-Punk kann mitunter das Geilste sein. Leider ist und war dieses Genre auch immer vollgestopft mit Protagonisten, die so überflüssig sind wie Kacke am Schuh. Hochpolierter Schlachtrufe Abklatsch denen das Aussehen wichtiger ist als die Aussage oder verwahrloste Druffies, die lediglich am nächsten Komasaufen oder neuen Hautkrankheiten interessiert sind. Daher bin ich immer dankbar für jede Band, die mir den Glauben an Deutschpunk wieder zurück gibt. PANZERBAND sind eine dieser rar gesäten Kapellen. Schnodderiger Punkrock mit Charme, Witz und dem Verstand am linken Fleck. Bäppi und Konsorten nehmen sich selbst nicht arg zu ernst, haben jedoch ne klare Meinung und halten an dieser auch fest. Somit wird z.B. nicht nur über „Flensburg meine Perle“ hergezogen, sondern auch gegen patriotische Deutsch-Rock Arschgeigen Stellung bezogen. Die Nähe zu Bands wie AUWEIA! und FRANZ WITTICH ist zwar unverkennbar, doch lediglich von einem Rip-Off zu sprechen wird der Band nicht gerecht. Obendrein hat der vom Human Parasit erprobte Bäppi auch bei diesem Tape Hand ans Layout gelegt, was gerade dem Beiheft gut zu Gesicht steht. Ich habs auf jeden Fall rauf und runter gehört und sie mir auch live rauf und runter angesehen – und das solltet ihr auch tun!!!

Underdog Fanzine: PANZERBAND “Demo” MC. Soll etwas vor allem provisorisch geflickt werden, erschallt schnell der Ruf nach Panzerband oder sogenanntem „Panzer Tape“. Bäppi, Max, Gregor und Micha verknüpfen das Provisorium mit dem Medium und sind kompromisslos und wickeln ihre dilettantischen WTZ-Versuche ernsthaft umzusetzen. Allerdings sollte aufgepasst werden, denn viele Nachahmungsprodukte (“Power-Tape”) sind in ihrer Widerstandskraft nicht mit echtem Panzer Tape zu vergleichen. Aber Bäppi gibt im schicken Begleitheftchen bzw. in der Bedienungsanleitung zu verstehen, dass Musik machen und Instrumente zu bedienen eine Überforderung darstellt und schwer ist wie “mit Schlittschuhen” laufen oder “Stricknadeln” klappern. Nun, mir gefällt der Krach. Ein Flashback, der heftig Erinnerungen zutage fördert, als die Luft noch sauber, die Jacke schimmelig, das Wasser rein und nur der Sex dreckig war. Heute ist das ja anders herum. Zusammengezwirbelt ist Panzerband in der Lage, sogar einen Lastwagen abzuschleppen. Kraftausdrücke gegen Feindbilder, die nicht ins Klischee passen und angepisst werden, weil Fernsehen blöd macht, Arbeit scheiße ist und Deutschrock für in Arsch ist. Diese Haltung ist zwar offensiv, entspricht dem Punkrock-Ideal mit astreinen, lupenreinen Slogans und Phrasen um größere Flächen und ungewöhnliche Gegenstände zu bekleben/besprühen. Die Wirkung hingegen verpufft schneller als das Selbstvertrauen, welches PANZERBAND in der kurzen Zeit aufgebaut hat. Denn was im Kack- und Kellerloch funktioniert, scheitert im Outdoor-Bereich, da die Haltbarkeit von schwankenden Wetterbedingungen beeinflusst wird. Zur Fixierung von 3 bis 4 Akkorden und Hau-drauf-Rhythmen ist PANZERBAND also ideal, Tine Wittler sollte mal zu Besuch kommen, dann könnte sich ein Feeling für das Ambiente einstellen und etwas Frisches entstehen lassen. Die angespannte Haltung, die ständige Wut und der omnipräsente Hass auf alles und jedeN verhärtet die Fronten und steht exemplarisch für einen Konfrontationskurs und eine Zerreißprobe. Doch egal, was ihnen auch an Reaktionen und Gegenmaßnahmen entgegen schlägt, PANZERBAND kann bis 75 Grad Celsius widerstehen, wo andere schon längst aufgeben.

Plastic Bomb: Aaaalter, wieviele Labels machen denn bei dieser Tape-Veröffentlichung mit??!! Da krieg ich ja schon vom Abtippen wunde Finger. 10 Labels stürzen sich auf PANZERBAND, der neue Stern am Deutschpunk-Himmel. PANZERBAND kommen aus Flensburg, und es singt mein guter Freund Bäppi, den einige von euch bestimmt durch sein exzellentes HUMAN PARASIT Fanzine kennen. Normalerweise gründet man seine erste richtige Band irgendwann in der Jugend und schämt sich später für die holprige Musik und die pubertären Texte. Bäppi hat nun seine erste Band gegründet. Jetzt, wo das Mittelfeld des Lebens so langsam ins Blickfeld rückt. Das Alter schützt aber nicht davor, dass man sich später mal für seine ersten musikalischen Schritte schämen wird 😉 Aber wir sind zuversichtlich, dass dies nicht passieren wird. Schließlich kokettieren PANZERBAND auf ihren beiliegenden Aufklebern schon mal großspurig mit dem Satz „Panzerband – Viel besser als deine Band“. Am mangelnden Selbstbewusstsein wird man sicher nicht scheitern, haha… PANZERBAND machen räudigen Polterpunk. Von der Basis. Dort wo die groben Klötze aus dem Baum geschlagen werden. Wo die Kotze am Unterhemd klebt, der Schimmel die Lederjacke veredelt und am Stiefel Hundekacke hängt. Flensburg liegt hier mal nicht im Norden, sondern ganz tief unten. Beim ersten Konzert wurde die Band mit Unterhosen beworfen, mit Konfetti beschossen und mit Bier bespritzt. Das muss ein Fest gewesen sein ! 2 ältere Hasen und 2 Jungspunde mischen bei PANZERBAND mit. Das ist D.I.Y.-Punk mit deutlichen Worten. Mal ziemlich grob, mal etwas übertrieben, dann wieder emotionaler. Die Lieder heissen „Panzerband“, „Aus der Traum“, „Flensburg meine Perle“, „El parasito“, „Herzscheisse“, „RTL III“, „Messehallenkehrerin“, „Ich dreh am Rad“, „No happy happy joy joy song“ und „Lucha calle“. Es liegt ein kleines A6-Fanzine bei, welches über ein normales Textheft hinaus geht. Bäppi schreibt ein paar Worte zu seinem musikalischen Werdegang. Es folgen Texte und Erläuterungen dazu. Alles liebevoll in Fanzinertradition gestaltet. Wenn man die Erklärungen zu den Texten liest, dann merkt man sehr schnell, dass hier keine stumpfen Typen mitmachen. Da ist sehr viel Idealismus im Spiel. Gefühle. Korrekte Ansichten zu gesellschaftlichen und politischen Themen. Und zu musikalischen, wie dem unsäglichen Deutschrock-Dreck. Wer mal wieder Bock hat auf rotzigen D.I.Y.-Deutschpunk und auch noch ein Tapedeck besitzt, der dürfte mit PANZERBAND auf einer Wellenlänge liegen. Das Tapes ist limitiert auf 200 Stück. Micha.- ( humanparasit@web.de, Matula Tapes, Uga Uga Tapes, Aldi Punk, Ostrol b Tapes, Rohrpost DIY Produktionen, Banderas Negras Records, Human Parasit Kasedden, Brückentick Records, Last Exit Records, Kink Records)

Ugly Punk: Schon wieder eine Kassette. Das alte Medium scheint sich wirklich wieder größerer Beliebtheit zu erfreuen. Diesmal handelt sich um das ziemlich cool aufgemachte, auf 200 Stück limitierte erste Demo-Tape von PANZERBAND aus dem hohen Norden, aus Flensburg. Die Kassette ist in einem von Hand nummerierten Plastik-Tütchen verpackt, welches auch noch ein 24-seitiges Textheft im A6-Format enthält. Wie man es von einem Demo-Tape erhofft, ist der Sound krachig, scheppernd, aber dennoch gut hörbar. Das ist keine Hochglanzproduktion, sondern roher, ungeschliffener 80er-Jahre Deutschpunk. Wobei man auch mit zwei Songs auf Spanisch daher kommt. Bei einem davon handelt es sich übrigens um die spanische Version des DIE SKEPTIKER-Songs „Straßenkampf“. Die Texte sind meist politisch – manches mal aber auch einfach asselig – und direkt aus dem Bauch heraus. Daher sollte man auch keine intellektuelle Höchstleistung erwarten. Es wird eben das zurück gekotzt was einen alles so ankotzt. Sei es die unsägliche Grauzone, Arbeit, Anpasser, das volksverblödende Fernsehprogramm – und natürlich die verhasste Heimatstadt. Also wer auf direkten, schrammeligen Punkrock steht, wird mit diesem Tape sicherlich gut bedient. Und das werde ich, auch wenn dass Demo bestimmt kein Meilenstein der Punkgeschichte werden wird. Das ist eben rotziger 80er-Deutschpunk frisch aus dem stinkenden Keller. Ach ja, das etwas befremdlich wirkende Liebeslied ‘Herzscheisse’ hätte man sich dann vielleicht doch sparen können. Mirko

Bierschinken: Panzerband, viel besser als deine Band! So schallt es einem im ersten Song entgegen. Und es stimmt! Diese CD hat alles, was eine Deutschpunk-CD braucht: Musik, die rumpelig genug für schäbige AZs ist, aber doch genug Abwechslung hat, um nicht zu langweilen. Witzige Texte, politische Texte. Coversongs, und zwar berühmter Deutschpunkklassiker auf Spanisch. Wie kommt man auf die Idee? Aber der Reihe nach. Das Tape eröffnet mit der obigen Ansage und einem Statement über die eigene Band, Lokalpatriotismus wird im dritten Song abgewatscht („Flensburg, du Kackloch, erstick an deinem Fischbrötchen!“) und spätestens bei der Zeile „Ich spreng das Kraftfahrtbundesamt“ kriege ich ein dümmliches Grinsen nicht mehr weg. Es geht weiter übers Fernsehen („RTL 3“), irgendeiner der Songs widmet sich der gerade schwappenden Grauzonen-Deutschrock-Welle, „No Happy Happy Joy Joy Song“ überzeugt mit Zeilen wie „Hass und Wut, Wut und Hass, Hass Hass Hass, ich hasse Spaß“ bevor die spanische Variante von „Straßenkampf“ aus der Feder der Skeptiker die CD nach 17 Minuten beendet. Diese Band macht einfach alles richtig, zehn von zehn Punkten, uneingeschränkte Empfehlung! Das allerbeste ist aber: Auf der Bandcamp-Seite der Band kriegt man die ganze Scheibe umsonst. Zieht euch das (rein)!
Meinungen anderer Eierköppe zum Album:
„geil, echt einfach nur geil!“
– T. Fisch
„Viel besser als meine Band!“
– Menschheit
Gerdistan 06/2013

Biotechpunk: Panzerband, dieses Klebeband wird der eine oder andere dort draussen sicher kennen, oder? Aus Krimifilmen, aus der Werkstatt, manch einer klebt damit gar sein Automobil wieder zusammen, an der Stoßstange zum Beispiel. Die Band Panzerband hat sich vielleicht nach diesem Klebeband benannt, vielleicht trennt sie die Worte auch anders, ist eine Band der Panzer, wobei ich eher an das Klebeband glaube, so ist auf der Rückseite ein Stück davon aufgeklebt auf dem die Nummerierung der Veröffentlichung niedergeschrieben wurde. Insgesamt wurde viel Arbeit in die Veröffentlichung gesteckt, nicht nur ein Tape mit Hülle und Cover, nein das ganze steckt in einer Plastikhülle, sowas wie ein wiederverschließbarer kleiner Frischhaltebeutel. Auf der Rückseite mit Panzerband aufgeklebt der Hinweis um welches Exemplar es sich handelt, denn die Veröffentlichung ist nummeriert und auf 200 Stück limitiert. In diesem Plastikbeutel befindet sich nun das Tape mit Hülle, Coverartwork, ferner ein bedruckte Kassette.
Ausserdem einen Button, einen Aufkleber und ein auf DIN A 6 gedrucktes Beiheft in dem sich auf 24 Seiten die Texte und weitere Infos rund um Panzerband befinden.
Das ganze ist recht ordentlich aufgemacht, auf gutem Papier gedruckt und, wie ich finde, sehr schön gestaltet. Hier wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Ein erster guter Eindruck mit einer solch aufwändig aufgemachten Veröffentlichung schürt Erwartungen, wobei eine schön und umfangreich gestaltete Veröffentlichung nichts schlechtes ist, im Gegenteil, sie stellt einen Mehrwert dar. Doch wenn etwas so optisch umfassend gestaltet daherkommt dann muss auch das was sich auf dem Tonträger befindet einfach passen, doch da kann ich hier direkt verraten, da braucht sich die Panzerband nicht zu verstecken. Im Beiheft steht geschrieben das die Panzerband den Plan hatte Deutschpunk im neunziger Jahre Stil zu spielen und da kann ich direkt sagen das dieser Plan aufgegangen ist, am Ende ganz stilecht auf Tapeveröffentlichung. Bei der Veröffentlichung der Panzerband soll es sich um ein Demo Tape handeln, doch optisch macht es schon mehr her als manch eine richtige Veröffentlichung, die nicht nur ein Demo sein soll.
Aber auch mit einem Demo Tape will man Aufmerksamkeit bekommen und Interessierten einen Mehrwert mitliefern, daher ist es schon eine passende Sache, wie das Tape gestaltet wurde. Musikalisch kann die Veröffentlichung dem ganze folgen, dem Anspruch der mit der Gestaltung gestellt wurde. Es wird Deutschpunk geboten, ohne Peinlichkeitsmomente, was ich wichtig finde. Deutschsprachiger Punk, welcher thematisch passend und stilecht umgesetzt wurde. Mir gefällt es, die ganze Sache wurde nicht zu glatt abgemischt, wobei hier sicher noch Luft für eine bisschen sauberer Produktion ist. Mein Fazit: Eine tolle Veröffentlichung, mit gutem deutschsprachigen Punk in schöner Verpackung. Wer sich überzeugen lassen möchte, die Band hat dieses Tape auch online als Stream, doch wenn es euch gefällt solltet ihr euch ranhalten, die ganze Sache ist auf 200 Stück limitiert und ich vermutet das dieses Tape mal gesucht werden wird, denn mich überzeugt die Musik und daher vermute ich das wir von der Panzerband in Zukunft noch einiges mehr hören werden. Ein neuer Stern am Deutschpunk-Himmel eben, wenn das nur das Demo ist, was erwartet uns dann erst bei der ersten vollen Veröffentlichung? Ein tolles Tape, sehr überzeugender Deutschpunk, was will man mehr?

Gerdas Tanzcafé: Hinter dem Quartett aus Flensburg steckt u. A. Bäppi, Kopf des Human Parasit Fanzines. Und wer sich schon mal durch eine seiner Ausgaben geblättert hat, der weiß auch, dass wo Bäppi drauf steht, auch 100% Punk drin steckt (schönes Assi-Deutsch, aber auch das passt). Polternder Deutschpunk, räudig und bepisst direkt aus der Gosse kommend, derbe und rotzend auch nicht die härteren Töne vernachlässigend. So – und nur so – funktioniert ehrlicher Deutschpunk, der sich ein fettes DIY auf die haarige, verschwitzte Brust tätowieren darf. Ihr Demo-Tape ist auf 200 Exemplare limitiert, kommt passender Weise mit kleinem A6-Fanzine, Sticker und Button. Das flenst!

Terminal Escape: What is it with Germany? The rest of the world has rock, Germany has KrautRock. We have new wave, they have Neue Deutsch Welle. Bands from around the world play punk, yet still there is DeutschPunk. I don’t know exactly how to differentiate DeutschPunk from punk, but there’s something in the guitars, something in the tempo….and most importantly there is something in the vocals that puts this shit in a different league. PANZERBAND fit the bill perfectly – forceful punk concentrating on the upper register and intelligent intensity. When North Americans espouse the virtues of bands like DILLINGER 4 I just wish that shit sounded like this shit…these are my „poppy“ punk bands, bands that have the hooks but still have an attack. PANZERBAND also have a song about how stupid skinheads are stupid, so I’m pretty much on their team.

Useless Fanzine: Wenn mein alter Freund Bäppi irgendwas in die Hand nimmt, was ihm am Herzen liegt, dann spürt man einfach die Liebe, die in all dem steckt. Der Jung, den ich seit einer halben Ewigkeit kenne, macht das Human Parasit Fanzine, veranstaltet unkommerzielle Konzerte, hat ein kleines Label und jetzt Anfang 30 tatsächlich seine erste Band, in der er das Mikro hält. In der Post steckt ein bedrucktes Tape, inklusive Button, inklusive Sticker, Inklusive (bestem) Textheft (seit langem!). Das Textheft ist dabei so großartig gelayoutet wie auch sein Fanzine. Inklusive persönliche Worte. Aber ich möchte dem Rest der Band jetzt nicht zu wenig Beachtung schenken, denn die Flensburger sind zu Viert. Die Truppe klingt wie das, was wir mit 18 Jahren abgefeiert haben. Punk von der Basis im 80er Style. Rau, wütend, energievoll und auf die Fresse. Bäppi macht sich gut am Gesang. Auch wenn das persönlich nicht die Musik ist, die ich sonst konsumiere, ist das Tape von Panzerband eines derer, denen ich immer Beachtung schenken würde. Ganz einfach, weil jede Band, die soviel Herzblut und Liebe in ihre Sache steckt, Beachtung verdient. Lassen wir uns dieses Review also objektiv as possible beenden und auch für die Leute, die den Herrn nicht persönlich kennen, sagen, dass, wenn ihr auf rotzigen, rohen Deutschpunk steht, ihr hiermit einfach alles richtig macht. Wenn ihr zu den Konzerten geht, werdet ihr einen der sympathischsten Menschen kennen lernen, den diese Welt zu bieten hat. Panzerband, oi! Rene Bx

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